Das Buch

Inhalt und Leseprobe

Dreizehn Kapitel in drei Teilen, dazu ein Schlusswort und zwei Anhänge. Teil I geht den Warnungen von Quito bis Akita nach, Teil II dem Jahr 1963, Teil III der Diagnose und dem Weg zurück. Darunter stehen Vorwort und Einleitung vollständig als Leseprobe.

Übersicht

Die Kapitel

  1. Vorwort

    Vorwort

    Es gibt Sätze, die wie ein Schlüssel wirken – Baudelaires Wort über den Teufel ist einer davon. Wenn die größte Strategie des Bösen darin besteht, unsichtbar zu werden, dann müsste man seinen größten Triumph dort suchen, wo niemand mehr von ihm spricht. Dazu ein Wort zur Methode: Das Buch trennt ausdrücklich anerkannte Erscheinungen, umstrittene Texte und bloße Gerüchte.

  2. Einleitung

    Einleitung: Das Rätsel der Exorzisten

    Exorzisten führen Buch, und über Jahrhunderte galt eine stabile Regel: Die Befreiung eines Besessenen dauerte ein bis zwei Tage. Um 1963 sprang diese Dauer auf zehn bis vierundzwanzig Monate; heute berichten praktizierende Exorzisten, dass seit Jahren niemand mehr vollständig befreit werden konnte. Die Erklärung liegt in einem Unterschied, den kaum jemand kennt: Sakramente wirken ex opere operato – Sakramentalien aus dem Zustand der handelnden Kirche.

TEIL I — DIE WARNUNGEN DER GOTTESMUTTER

  1. Kapitel1

    Quito 1610: Die Frau, die unser Jahrhundert sah

    Im Königlichen Kloster von Quito empfängt Mutter Mariana ab 1594 Erscheinungen, die kaum von ihrer eigenen Epoche sprechen, sondern von unserer: von einer Verderbnis der Sitten „kurz nach der Mitte des 20. Jahrhunderts“ und von „freimaurerischen Sekten“ – mehr als hundert Jahre, bevor die erste Großloge gegründet wurde. Die Botschaft geht die Sakramente durch wie ein Arzt die Organe eines Patienten und benennt den Angriff auf die Kinder mit der Kühle eines Generalstabsplans.

  2. Kapitel2

    La Salette 1846: Die weinende Mutter

    Zwei Hirtenkinder, die sich seit zwei Tagen kennen, sehen auf einem Berg in den französischen Alpen eine weinende Frau – und hören keine sanfte Andacht, sondern eine Anklage gegen die Priester. Zwei Jahre vor dem Kommunistischen Manifest kündigt die Botschaft an, alle zivilen Regierungen würden „ein und denselben Plan“ verfolgen. Das Kapitel trennt sorgfältig die 1851 anerkannte Erscheinung von der umstrittenen langen Fassung des Geheimnisses von 1879.

  3. Kapitel3

    Fatima 1917: Das Sonnenwunder und die drei Geheimnisse

    Rund 70.000 Menschen, darunter Spötter und antiklerikale Journalisten, sehen am 13. Oktober 1917 ein Wunder, das Monate zuvor auf Tag und Stunde angekündigt worden war. Das Kapitel geht die drei Geheimnisse durch – die Vision der Hölle, die Ankündigung des Zweiten Weltkriegs samt Vorzeichen, den Bischof in Weiß – und legt die drei großen Kontroversen offen: Ist der dritte Teil vollständig veröffentlicht? Wurde Russland je gültig geweiht? Und was ist von den Gerüchten zu halten?

  4. Kapitel4

    Akita 1973: Die weinende Statue und das Feuer vom Himmel

    In einem Konvent in Nordjapan weint eine hölzerne Marienstatue 101 Mal – wissenschaftliche Analysen bestätigen menschliche Tränenflüssigkeit, später laufen Fernsehkameras mit. Die Botschaften sind die dunkelsten der ganzen Reihe und zugleich die präzisesten, was die Kirche selbst betrifft: „Kardinäle gegen Kardinäle, Bischöfe gegen Bischöfe.“ Mitten in der düstersten Ankündigung steht der hellste Satz des Buches – über den „glücklichen Beginn der vollständigen Wiederherstellung“.

  5. Kapitel5

    Pater Pio: Der Mann mit den Wundmalen und die Frage nach dem Wann

    Ein Abend auf der Veranda von San Giovanni Rotondo, um 1963/64: Gefragt, wann der Triumph des Unbefleckten Herzens komme, sammelt sich der Kapuziner mit den Wundmalen tief – und antwortet mit einem einzigen Satz und einer Geste zu den anwesenden Kindern hin. Die Arithmetik dieser Antwort ist von beunruhigender Einfachheit und verlegt die ganze Frage in eine noch laufende Lebensspanne.

TEIL II — DAS JAHR 1963: WAS GESCHAH MIT DER KIRCHE?

  1. Kapitel6

    Das Zweite Vatikanische Konzil: Die große Öffnung

    Aggiornamento: Das Konzil (1962–1965) baute die Kirche in acht Bereichen um – von der Liturgiereform über Religionsfreiheit und Ökumene bis zu einem neuen Kirchenverständnis. Das Kapitel bestreitet weder Gültigkeit noch gute Absicht, sondern dokumentiert nüchtern, was verändert wurde, und stellt die Bilanz daneben: einbrechende Berufungen, ein bis heute offenes Schisma, eine Identitäts- und Autoritätskrise. Der eigentliche Befund liegt jedoch tiefer als der Streit um Latein oder Volkssprache.

  2. Kapitel7

    Die entwaffnete Kirche: Was aus den Ritualen gestrichen wurde

    Ein einziges Beispiel erklärt alles: das Weihwasser. Der alte Ritus von 1614 exorzierte Salz und Wasser; der neue bittet allgemein um Schutz vor allem Bösen. Anhand der Wortlisten der Liturgieforschung zeigt das Kapitel, welche lateinischen Begriffe aus dem offiziellen Gebet verschwanden, und geht vier Fälle im Detail durch – Michaelsgebet, Taufexorzismus, Confiteor, Großexorzismus. Am Ende steht die Selbstdiagnose desselben Papstes, unter dem reformiert wurde.

  3. Kapitel8

    Der Rauch Satans: Die dunklen Zeugnisse

    Das dunkelste Kapitel des Buches – und das, das seine Quellen am deutlichsten als unbewiesen kennzeichnet. Es dokumentiert das erst nach Pater Amorths Tod veröffentlichte Interview über ein Wort Pater Pios, die Behauptungen Malachi Martins über eine Zeremonie im Vatikan des Jahres 1963 und den über Jahrzehnte beeideten Bericht einer Zeugin. Zu jedem Strang gehört die Gegenrechnung: Was ist belegt, was bestritten, was bleibt Behauptung?

  4. Kapitel9

    Der Affe der Kirche: Fulton Sheens Prophezeiung der Gegenkirche

    Am 26. Januar 1947 beschreibt Fulton Sheen im Radio eine Gegenkirche, die „alle Merkmale und Kennzeichen der Kirche“ haben werde – „aber ins Gegenteil verkehrt und ihres göttlichen Inhalts entleert“. Die Formel ist uralt: Diabolus simia Dei, der Teufel ist der Affe Gottes, weil er Geschöpf ist und nichts Eigenes hervorbringen kann. Dieses Kapitel gibt dem Buch seinen Namen, verbindet alle seine Stränge – und enthält zugleich seinen Trost.

TEIL III — DIAGNOSE, AUSBLICK UND DER WEG ZURÜCK

  1. Kapitel10

    Eine Gesellschaft ohne Sündenbewusstsein

    Die eigentliche Pointe des Buches: Der Glaubensverlust trifft nicht nur die, die gegangen sind, sondern in seiner heimtückischsten Form die, die geblieben sind. Sechzig Jahre ohne Predigt über Sünde, Hölle und Gericht haben eine Generation hervorgebracht, die an der unveränderten Lehre gemessen ohne ihr Wissen in schwerer Sünde lebt. Am Ende steht Abraham, der um zehn Gerechte feilscht – und keine zehn findet.

  2. Kapitel11

    Baal kehrt zurück: Das Kinderopfer der Moderne

    Ge-Hinnom, das Tal vor Jerusalem, in dem Israel seine Kinder opferte, gab der Hölle ihren Namen: Gehenna. Das Kapitel legt den Kult der Kanaaniter neben die Schätzungen von WHO und Guttmacher-Institut – rund 73 Millionen Abtreibungen pro Jahr – und fragt, ob nur die Masken gewechselt haben, nicht die Substanz. Es schließt mit einem ausdrücklichen Wort an betroffene Mütter: Die Anklage gilt dem System, nicht der einzelnen Frau.

  3. Kapitel12

    Die kommende Züchtigung: Ein hypothetisches Szenario

    Kein Fahrplan, sondern der Versuch, Quito, La Salette, Fatima, Akita und die Zeugnisse Pater Pios übereinanderzulegen: Apostasie zuerst, dann Strafe in Stufen, dann ein plötzliches globales Ereignis – und danach nicht das Ende, sondern etwa fünfundzwanzig gute Jahre. Drei Indizien zur Frage nach dem Wann, und ein Prinzip, das alles relativiert: Das Strafgericht ist bedingt. Ninive wurde verschont, weil es Buße tat.

  4. Kapitel13

    Der Leitfaden: Wie man sich und seine Familie vorbereitet

    Wer von Katastrophen hört, denkt an Vorräte und Fluchtpläne. Die Quellen dieses Buches denken anders, und ihre Logik ist zwingend: Auf ein geistliches Gericht bereitet man sich geistlich vor. Sieben konkrete Punkte – Lebensbeichte, täglicher Rosenkranz, die fünf ersten Samstage, würdiger Sakramentenempfang, das geschützte Haus, das Leben der „Apostel der letzten Zeiten“, die Katechese der eigenen Kinder – und ein Schlussabsatz darüber, warum Furcht nicht die Haltung des Christen ist.

  1. Schlusswort

    Am Ende wird das Unbefleckte Herz triumphieren

    Die Bilanz in wenigen Sätzen: kein großer Sturz, sondern ein langes Vergessen; Begriffe, die aus der Welt und schließlich aus den Büchern der Kirche selbst verschwanden; alte Götzen unter neuen Masken. Und danach, darin sind alle Quellen einig, nicht das Ende, sondern der Frühling – festgemacht an dem einen Satz, an dem sich das ganze Buch festhält.

  2. Anhang I

    Die wichtigsten Gebete und Übungen

    Die Gebete im vollen Wortlaut: das Michaelsgebet Leos XIII., das Fatima-Gebet nach jedem Gesätz, die Ordnung der Herz-Mariä-Sühnesamstage von Pontevedra 1925 und eine Kurzregel für den Tagesablauf. Gedacht zum Ausdrucken und täglichen Gebrauch.

  3. Anhang II

    Hilfe zur Gewissenserforschung vor der heiligen Beichte

    Eine vollständige Anleitung entlang der Zehn Gebote, der Gebote der Kirche, der Standespflichten und der sieben Hauptsünden – mit Gebet vor der Erforschung, Reuegebet und dem Ablauf der Beichte Schritt für Schritt. Für alle, denen nie jemand gesagt hat, was als Sünde gilt.

Leseprobe

Leseprobe

Vorwort

Es gibt Sätze, die wie ein Schlüssel wirken. Man liest sie, und plötzlich öffnet sich eine Tür zu einem Raum, von dem man nicht wusste, dass er existiert. Baudelaires berühmtes Wort über den Teufel ist ein solcher Satz. Denn wenn es stimmt – wenn die größte Strategie des Bösen tatsächlich darin besteht, unsichtbar zu werden –, dann müsste man seinen größten Triumph nicht dort suchen, wo das Böse offen wütet, sondern dort, wo niemand mehr von ihm spricht.

Und genau das ist der Befund unserer Zeit: Niemand spricht mehr von ihm. Nicht in den Schulen, nicht in den Medien, nicht in der Politik – und, das ist das eigentlich Erschütternde, kaum noch in der Kirche selbst. Die Begriffe Sünde, Hölle, Gericht und Teufel sind aus dem Wortschatz der westlichen Welt verschwunden wie Vokabeln einer toten Sprache. Wer sie dennoch verwendet, gilt als mittelalterlich, als fanatisch, als nicht mehr ganz von dieser Zeit.

Dieses Buch vertritt eine andere These: Das Verschwinden dieser Worte ist kein Zeichen des Fortschritts, sondern das Symptom einer Krankheit – und zugleich der raffinierteste Sieg, den der Feind der Menschheit je errungen hat. Es ist der Versuch, die verstreuten Puzzleteile zusammenzulegen: die über Jahrhunderte hinweg erstaunlich kohärenten Botschaften der anerkannten Marienerscheinungen, die Beobachtungen der Exorzisten, die historischen Ereignisse rund um das Schicksalsjahr 1963 und die Zeugnisse von Männern wie Pater Pio und Pater Gabriele Amorth.

Was dabei entsteht, ist kein bequemes Bild. Aber es ist auch kein hoffnungsloses. Denn dieselben Quellen, die den Verfall vorhersagten, verheißen auch die Wiederherstellung – und sie benennen mit großer Klarheit den Weg dorthin. Dieses Buch will beides tun: die Augen öffnen für den Ernst der Stunde und zugleich den klar definierten Ausweg zeigen, den der Himmel selbst gewiesen hat.

Ein Wort zur Methode: Dieses Buch unterscheidet sorgfältig zwischen kirchlich anerkannten Erscheinungen und Botschaften, umstrittenen Texten (wie der langen Fassung des Geheimnisses von La Salette) und inoffiziellen Berichten und Gerüchten. Wo eine Quelle umstritten ist, wird dies ausdrücklich gesagt. Der Leser soll selbst urteilen können – aber er soll urteilen auf Grundlage der Fakten, nicht auf Grundlage des Schweigens.

Einleitung: Das Rätsel der Exorzisten

Beginnen wir nicht mit einer Vision, nicht mit einer Prophezeiung, sondern mit einer nüchternen Beobachtung aus der Praxis – einer Statistik, wenn man so will, aus dem verborgensten Arbeitsfeld der katholischen Kirche.

Exorzisten führen Buch. Sie dokumentieren ihre Fälle, sie tauschen sich untereinander aus, sie kennen die Verläufe. Und über Jahrhunderte hinweg galt eine erstaunlich stabile Erfahrungsregel: Die Befreiung einer dämonisch besessenen Person dauerte im Durchschnitt ein bis zwei Tage. Der Priester kam, betete den Großexorzismus des Rituale Romanum, und der Feind wich.

Dann geschah etwas Seltsames. Um das Jahr 1963 – und Exorzisten wie Pater Chad Ripperger weisen mit Nachdruck auf dieses Datum hin – sprang diese Dauer abrupt nach oben: von ein bis zwei Tagen auf zehn bis vierundzwanzig Monate. Und es blieb nicht dabei. Die Verläufe wurden von Jahrzehnt zu Jahrzehnt zäher. Manche Fälle zogen sich plötzlich über acht Jahre hin. Heute, so berichten praktizierende Exorzisten, ist man an einem Punkt angelangt, an dem in den letzten Jahren keine einzige Person mehr vollständig von ihren Dämonen befreit werden konnte.

Man muss diesen Befund einen Moment auf sich wirken lassen. Dieselben Gebete. Dieselbe Kirche. Derselbe Christus, in dessen Namen befohlen wird. Und doch: Der Feind weicht nicht mehr.

Wie ist das möglich?

Die Antwort, die Pater Ripperger gibt, ist theologisch präzise und in ihren Konsequenzen erschütternd. Die Sakramente – Taufe, Eucharistie, Beichte – wirken ex opere operato: aus dem vollzogenen Werk selbst. Ihre Kraft hängt nicht von der Heiligkeit des Priesters ab, nicht vom Zustand der Kirche; Christus selbst ist der Handelnde. Die Sakramentalien aber – und dazu gehört der Exorzismus – wirken ex opere operantis Ecclesiae: aus dem Wirken der handelnden Kirche. Ihre Kraft hängt ab vom geistlichen Zustand der Kirche als ganzer, vom Glauben des Spenders, von der Disposition des Empfängers.

Der Exorzismus ist damit so etwas wie ein Fieberthermometer der Kirche. Wenn die Kirche stark ist, heilig, im Stand der Gnade – dann zittern die Dämonen vor einem einzigen Gebet. Wenn die Kirche schwach ist, lau, von innen ausgehöhlt – dann lachen sie.

Und das Thermometer zeigt: Seit 1963 sinkt das geistliche Fieber der Kirche unaufhaltsam. Je schwächer die Kirche, desto mehr Macht und Einfluss gewinnen die Dämonen – nicht nur über Besessene, sondern über Familien, Gesellschaften, ganze Nationen.

Damit stehen wir vor zwei Fragen, die dieses Buch in zwei Teilen beantworten will:

Erstens: Wurde dieser Verfall vorhergesehen? Gab es Warnungen? Und wenn ja – was sagen dieselben Quellen über das, was noch kommt?

Zweitens: Was genau ist um das Jahr 1963 geschehen? Was hat die Kirche so geschwächt, dass ihre jahrhundertealten Waffen stumpf wurden?

Die Antwort auf die erste Frage führt uns zu vier Orten: in ein Kloster in Quito, auf einen Berg in den französischen Alpen, in ein Hirtendorf in Portugal und in ein Konvent in Japan. Die Antwort auf die zweite Frage führt uns nach Rom – in die Jahre des Zweiten Vatikanischen Konzils und in die dunkelsten Gerüchte der jüngeren Kirchengeschichte.

Beginnen wir mit den Warnungen. Sie reichen weiter zurück, als die meisten ahnen – mehr als vierhundert Jahre.

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